Tschechien - Land der Märchen & Geschichten Teil 1: Prag

Auch ich werde mir, so wie jedes Jahr  zu Weihnachten, wieder drei Haselnüsse für Aschenbrödel ansehen, aber auch schon in meiner Kindheit gehörte „Die kleine Meerjungfrau“ zu einer meiner  absoluten Lieblings-Kassetten. Meine Oma erzählte mir  Geschichten von Rübezahl, dem sagenumwobenen launischen Bergriesen, bei dem man nie so genau wusste, ob er nun letztendlich gut oder böse war. Ich finde, tschechische Märchen & Geschichten haben immer einen ganz speziellen Charme. 

Highlights der Reise

∞ Dämonischen Wasserspeiern im Regen bei der Arbeit zusehen.

∞ Auf dem Altstädter Ring zimtiges Trdelník essen. 

∞ Auf der Karlsbrücke Smetanas Moldau hören.

∞ In der Sonne glitzernden Seifenblasen am Wenzelsplatz beim Fliegen zusehen. 

∞ Sich im Prager Zoo ein künftiges Haustier aussuchen. 

∞ Auf den Spuren von Rübezahl Felsen raten in der Adersbacher Felsenstadt.

∞ Bei einem Glas Wein tschechische Märchen in der Abendsonne lesen.

∞ Sich alleine gruseln im Hexenwald des Falkengebirges.   

∞ Heißes Heilwasser aus einem Kurbecher saugen & sich (zunächst) gesunder fühlen.   

1. Prag - eine Stadt zum Verlieben

Der in Prag geborene Franz Kafka sagte einst: "Jeder, der sich die Fähigkeit erhält, Schönes zu erkennen, wird nie alt werden." Ich vertrete die Meinung "wenn du an deinem Geburtstag nicht im Lande bist, kannst du auch nicht älter werden." Also packte ich mal wieder meine 7 Sachen, darunter Hörbücher, Wanderschuhe, Schwimmsachen und mein Freund..quetschte alles in meinen kleinen aber feinen Opel Adam und floh einen Tag vor meinem 21. Geburtstag *hüstel hüstel* nach Prag. Tatsächlich war es schon der dritte Besuch – es ist einfach eine Stadt zum Verlieben.

 

Eines der schönsten touristischen Anziehungspunkte ist für mich die Karlsbrücke, die bereits seit 650 Jahren die Altstadt und die Kleinseite miteinander verbindet. Und auch wenn man sonst mit klassischer Musik vielleicht nicht ganz so viel am Hut hat; Hört man hier Smetanas Moldau und blickt beim Sonnenuntergang auf die fließende Strömung ist einem Gänsehaut sicher und man scheint die Musik plötzlich zu verstehen.

 

Musik:

"Die Moldau" von Bedřich Smetana


Nachdem man dann den- zugegeben äußerst theatralischen Moment auf der Karlsbrücke genossen hat, kann man sich entscheiden. Entscheidet man sich für die Altstadt, kann man auf dem großen Marktplatz die Prager Rathausuhr bewundern. Dies sollte man übrigens immer zur vollen Stunde tun (lasst euch überraschen..)!

 

 

Kommt man zu früh an, ist das auch kein Problem, denn hier gibt es auch duftende  Marktstände. Der zimtig süße Geruch stammt von einem traditionellen Gebäck, das die Form einer Rolle hat, da es auf einem Stock gebacken wird. Es heißt: Trdelník..keine Ahnung wie man es korrekt ausspricht aber es ist super lecker! Das solltet ihr unbedingt probieren und direkt wenn es noch warm ist, verspeisen. Von dort aus gelangt man in viele kleine Gassen mit Straßenkünstlern, Musik & Seifenblasen. 

 Verlässt man die Karlsbrücke auf der anderen Seite, kann man nach links gehen vorbei an seltsamer Kunst, in Richtung des tanzenden Hauses oder man hält sich rechts und gelangt ins Stadtviertel Kleinseite.

 

 

Hier befindet sich, gelegen auf dem Berg Hradschin, das riesige Prager Burgareal. Leider regnete es heute in Strömen. Nach dem langen Anstehen für die Taschenkontrolle, war uns die Lust auf eine Burgerkundung vergangen. Doch der Regen hatte einen Vorteil: Die fantasievollen Wasserspeier am Veitsdom waren eifrig am speien. Die dämonischen Wesen sollen die Kirche beschützen, in dem sie dem Bösen den Spiegel vorhalten.

 Meinen Geburtstag verbrachten wir im Prager Zoo. Ich weiß, für Zoos gibt es Pro und Kontras. Ich denke, es gilt das Gleiche wie bei Haustieren: Wenn man Tiere hält, muss ein artgerechtes Zuhause geboten werden können. Das ist bei Wildtieren natürlich nur sehr schwer möglich. Ich finde der Prager Zoo ist aber ein gutes Beispiel, dass es gelingen kann. Er ist weniger aufgebaut wie ein traditioneller Zoo, sondern vielmehr wie ein großer weitläufiger Park, indem man einen bis zu 10 Kilometer langen Spaziergang machen kann.

 

Die Gehege-Lösungen sind zum Teil sehr kreativ. Dadurch dass der Zoo auf einem Abhang liegt, konnte das Steinbock Gehege z. B. perfekt integriert werden. Und auch das sehr weitläufige  Giraffen-Gehege gefällt mir sehr gut. 

 An die bei Nacht durchgeführte Tour "Prag: Geister und Legenden" erinnere ich mich mit gemischten Gefühlen. Die Legenden an sich waren spannend und an den sagenumwobenen Orten zu stehen, lies einen gelegentlich frösteln. So standen wir beispielsweise in der dunklen Tiefengasse, in der um Mitternacht der kopflose Reiter erscheinen sollte und uns sein Schwert hinhalten würde, damit wir ihn mit einem Stich ins Herz erlösen könnten. Schade, dass es erst 20 Uhr war. Leider konnte unsere Führerin nicht die passende Stimmung vermitteln. Das lag hauptsächlich daran, dass sie mit einem starken tschechischen Akzent sprach und viele deutsche Wörter witzig & süß aussprach (z.B. "Rotlämpchen" statt "Rotlichtmilieu"). 

Prag ist definitiv immer eine Reise wert & hat mich seit unserem ersten Aufeinandertreffen verzaubert. Und so beende ich Teil 1 der Tschechien-Reise noch einmal mit Kafkas Worten: "Prag lässt nicht los. Dieses Mütterchen hat Krallen". Wahrscheinlich komme ich deshalb immer wieder her.

 

 

----> Video zum Reisebericht "Prag"

(nicht wundern, es ist noch im Format meines alten Blogs ;-) )



Wer ist Rübezahl und was hat er mit der Adersbach-Weckelsdorfer Felsenstadt zu tun?     --> HIER <-- geht's zum nächsten Artikel